Westfalen-Blatt, Dezember 2001
Jungunternehmern gezielt und praxisnah helfen
Kreis Minden-Lübbecke (WB). "Ein regionales Gründungsnetzwerk soll gewährleisten, dass Gründungswillige und Jungunternehmer schnell Informationen erhalten und an qualifizierte Ansprechpartner weitergeleitet werden können." Hartmut Heinen von der Wirtschaftsförderung des Kreises Minden-Lübbecke hat kurz vor Weihnachten im Kreishaus gemeinsam mit seiner Kollegin Birgit Ahrens ein Konzept zur Optimierung der Begleitung von Existenzgründern vorgestellt.
Existenzgründungen und junge Unternehmen seien ein wichtiges Zukunftspotenzial für eine florierende Wirtschaft im Mühlenkreis. Vertreter von Kammern und Verbänden, von Kreditinstituten, vom Arbeitsamt und andere waren der Einladung gefolgt.
Hartmut Heinen ging es zunächst darum, den Anwesenden eine Situationsanalyse zu präsentieren, um im nächsten Schritt Ziele und Strategien zu verdeutlichen. Ein Großteil von Gründungen geschehe aus der Arbeitslosigkeit heraus, weshalb die Startbedingungen häufig ungünstig seien. Außerdem sei die persönliche Qualifikation der Gründerinnen und Gründer sehr unterschiedlich und Beratungsmöglichkeiten würden nicht konsequent wahrgenommen. Deshalb sei es wichtig, so Heinen, das Beratungsangebot im öffentlichen Bewusstsein zu verankern und dieses überschaubar zu gestalten. Darum sollte ein Netzwerk unter Einbeziehung aller regionalen Akteure und Institutionen eingerichtet werden.
Entscheidend für die Qualität eines solchen Netzwerkes ist laut Heinen die Kompetenz und das Engagement der Beteiligten. "Individuelle Zielvorstellungen müssen zugunsten des gemeinsamen Oberzieles - mehr und bestandsfestere Gründungen - zurückgestellt werden", sagte Heinen.
Ferner gelte es, zusätzliches Gründungspotenzial - zum Bespiel über Universitäten oder Unternehmen mit überregionalen Geschäftsbeziehungen - zu akquirieren und zu generieren. Das bedeute die Selbstständigkeit als attraktive berufliche Perspektive zu sehen. Die Umsetzung des Konzeptes sieht eine interne Verbesserung des Informations- und Erfahrungsaustausches vor, erläuterte Birgit Ahrens. Gerade im zentralen Bereich Investition und Finanzierung gelte es, das Leistungsangebot zu optimieren.
Bis einschließlich Freitag, 11. Januar, können sich Interessierte, die sich aktiv an der Entwicklung des Gründungsnetzwerkes beteiligen möchten, schriftliche beim Amt für Wirtschaftsförderung der Kreisverwaltung anmelden. Ende Januar sollen auf einer Gründungsversammlung die ersten Arbeitsschritte eingeleitet werden.